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Der Codex Wormianus [W] wird auch in das 14. Jh. datiert. Diese Handschrift enthält neben der SnE, deren Prolog hier aber mit deutlich jüngeren Zusätzen versehen ist, welche sich in den anderen Handschriften nicht finden lassen, alle vier Grammatischen Traktate über die isländische Grammatik, Lautlehre und Rhetorik. Die dritte dieser Abhandlungen stammt von Snorris Neffen Óláfr [órðarson hvítaskáld. [W] ist in seinem Inhalt stark an [R] angelehnt.
Aus dem späten 16. oder frühen 17. Jh. stammt die Papierhandschrift Codex Trajectinus [T].
Der Prolog aus [T] weist große Ähnlichkeiten mit dem aus [R] auf, jedoch ist Gylfaginning nicht mitüberliefert. Dies könnte darauf hindeuten, dass die heute so unabdingbar gesehene Verbindung zwischen Prolog und Gylfaginning für den Schreiber oder Auftraggeber von [T] nicht so eng gesehen wurde.
Des Weiteren sind einige Fragmente aus dem 14. und 15. Jh. sowie vier Papierhandschriften aus dem 17. Jh. überliefert. Diese jüngeren Überlieferungen sind jedoch alle von den vier Haupthandschriften oder verwandten Werken abhängig.

Zwischen den Ausführungen der einzelnen Haupthandschriften bestehen erhebliche Unterschiede, die genauen Handschriftenverhältnisse der Edda und SnE sind kompliziert, ihre Interpretationen nicht immer unstrittig.
Die meisten kritischen Textausgaben stützen sich auf [U] und fügen Teile aus [W] und [T] hinzu.

Snorra Edda | Überlieferung (S. 2)