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Die SnE sollte nur unter Vorbehalt zu den mythographischen und poetologischen Schriftwerken des lateinischen Mittelalters, artes poetica, gerechnet werden.
Die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf ein unmittelbares Vorbild zurückzuführen sei, scheint mehr als gering zu sein, sie wird somit in der nationalen Poetik und volkssprachlicher Dichtung angesiedelt.
Als Entstehungszeit des Werkes und seiner unterschiedlichen Teile wird der Zeitraum zwischen 1220 und 1225 angenommen. Zwar ist die ursprüngliche Handschrift Snorris nicht mehr erhalten, aber vier Haupthandschriften überliefern sein Werk und zeugen gleichzeitig von seiner Bekanntheit im mittelalterlichen Skandinavien.

Die älteste überlieferte Handschrift, die jedoch nicht zwingend die älteste Textfassung beinhalten muss, ist der Codex Uppsaliensis [U], welcher auf ca. 1300 datiert wird.
Es handelt sich hierbei um eine Sammelhandschrift, in der eine Skaldenliste, eine Namensliste isländischer Gesetzessprecher, welche im Jahre 1231 endet, der zweiten Amtszeit Snorris, eine Stammtafel der Sturlungen sowie die Zweite Grammatische Abhandlung eingeschoben sind.
Diese Handschrift enthält als einziges überliefertes Werk die explizite Nennung Snorris als Verfasser: „Dieses Buch heißt Edda. Snorri Sturluson hat es auf die Art zusammengestellt, die hier eingerichtet ist. Zuerst von den Asen und Ymir, danach die Sprache der Dichtkunst und die Benennung vieler Dinge, schließlich das Verzeichnis der Versarten, das Snorri für König Hakon und Herzog Skuli gedichtet hat.“
Wegen ihrer Vollständigkeit der Textgrundlage wird der Codex Regius [R], welcher um 1325 entstanden ist, von vielen Herausgebern als Editionsgrundlage gewählt. In [R] sind alle vier Teile enthalten, welche heute zur SnE gezählt werden. Da jedoch das erste Blatt fehlt, beginnt diese Handschrift erst mit der Überlieferung Odins Stammbaum im Prolog. In den anderen Werken geht dieser Beschreibung noch eine Spekulation über die Anfänge des Heidentums voraus.

Snorra Edda | Überlieferung