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Snorri Sturluson

Snorri Sturluson wurde 1179 in Hvamm (Westisland) geboren und wurde am 23. September 1241 auf Reykjaholt ermordet.
Aufgewachsen und erzogen wurde er auf dem Hof Oddi, damals ein Zentrum der isländischen Bildung, von Jón Loptsson, welcher mit der norwegischen Königsfamilie verwandt war.
1202 zog Snorri nach Borg und erlangte dort die Godenwürde. Ab 1206 lebte er auf dem westisländischen Hof Reykjaholt. Seine politische Bedeutung und Größe wird durch seine zweimal ausgeführtes Amt als Gesetzessprecher des isländischen Allthings (1215-1218 und 1222-1231) deutlich. Snorris gute Beziehungen zum norwegischen Königshaus (er verweilte von 1218-1220 sowie von 1237-1239 am norwegischen Hof) und seine Freundschaft mit Jarl Skúli finden sich auch in der SnE wieder; Háttatal ist ein Preislied auf den norwegischen König Hákon IV. und Jarl Skúli. Snorri wandte sich jedoch gegen die Anschlussbestrebungen, die Norwegen an Island stellte, und sprach sie auch in Norwegen für die Unabhängigkeit seines Heimatlandes aus. Trotz des von Hákon IV. erteilten Ausreiseverbots kehrte Snorri 1239 nach Reykjaholt zurück, wo er im Jahr 1241 im Auftrag des Königs ermordet wurde.
Snorri war ein sehr gelehrter Mann und kam während seiner Aufenthalte in Skandinavien in unmittelbaren Kontakt mit der kontinentalen Gelehrsamkeit des Mittelalters. Er selbst stammte von berühmten Skalden wie Egill Skallagrímsson und Markús Skeggjason ab und soll bereits in seiner Jugend gedichtet haben. Neben seiner Tätigkeit als Politiker war er auch Historiker, Kompilator und Schriftsteller. Neben der SnE gilt er als Verfasser der Heimskringla, der Ólafs saga helga sowie der Egils saga Skallagrímssonar.
Von seinen eigenen Dichtungen ist, bis auf das Háttatal in der SnE, weiter nichts überliefert. Jedoch wird er im Skáldatal als Verfasser eines Gedichts auf König Sverrir, der Íslendinga saga sowie als Dichter des Ingi Bárðarson genannt.
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