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Snorra Edda | Inhalt: Gylfaginning

An den Prolog der SnE schließt „Gylfis Täuschung“ an. Der bereits im Prologus erwähnte sagenhafte Schwedenkönig Gylfi macht sich in der Rahmenerzählung, als alter Mann verkleidet, zu den aus Troja gekommenen Asen nach Asgard auf um herauszufinden, ob ihre Macht und Stärke natürlicher oder göttlicher Art sei. Die hellsichtigen Asen erwarten seine Ankunft jedoch und täuschen den König mit einem magischen Blendwerk: Sie treten ihm las drei übereinanderthronende Könige ‚Hoch’, ‚Ebenhoch’ und ‚Dritt’ in einer plötzlich erscheinenden großen Halle gegenüber. In Dialogform, einer für das Mittelalter typischen Form der Wissensvermittlung, entwickelt Snorri einen Wissenswettstreit, bei welchem es darum geht, dass Gylfi erst dann aus dem Trugbild entkommen kann, wenn er eine Frage stellt, welche die drei nicht zu beantworten vermögen. So fragt er also nach dem höchsten aller Götter, nach der Schöpfung der Welt, der Götter, und der Menschen. Es wird weiter erklärt, wie es zu Tag und Nacht, Sonne und Mond, Winter und Frühling kam; die einzelnen Götter und Göttinnen und ihre Taten und Charakterzüge werden genannt und das eschatologische Weltenende ‚Ragnarök’ sowie die anschließend neu entstehende Welt werden deutlich ausgemalt. Nach diesen Schilderungen weigern sie die Asen jedoch, Gangleri weitere Auskünfte zu erteilen, können es evtl. auch nicht, das Trugbild der großen Halle und der drei Könige löst sich auf; der Schwedenkönig hat den Wissenskampf auf Leben und Tod überstanden. Trotzdem sich das Werk der Asen als Zauber entpuppte ist der König so angetan von dem, was ihm widerfahren ist und was er vernommen hat, dass er die Kunde darüber weitererzählte und sie sich so über das ganze Land und über Generationen hinaus verbreitete.
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