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Snorra Edda | Fazit

Den Quellenwert, welche die Edda des Snorri Sturluson für das heutige Wissen über die germanische Mythologie, Poetologie und Glaubenswelten hat, kann nicht zu gering eingeschätzt werden.
Die schon zeitgenössische hohe Rezeption zeigt sich in den vier überlieferten Haupthandschriften, und auch heute herrschen noch lebhafte Forschungsdebatten zu den unterschiedlichen Auslegungen, Interpretationen und Einordnungen des Werkes und seiner Inhalte. Immer wieder unterschiedlich bewertet werden vor allen Dingen die Stellung des christlichen Glaubens sowie der Einfluss anderer, aber auch besonders der christlichen Kultur.
Auf eine endgültige Antwort kann sicher nicht spekuliert werden, es wäre aber vermessen zu behaupten, dass keinerlei christliche Ansichten und Eindrücke in der Snorra Edda verarbeitet sind. Ein Auslegung, welche diese vernachlässigt ist als unzulänglich anzusehen. Von einer „überchristlichen“ Interpretation, wie es besonders im 18. und 19. Jh. vorkam, ist jedoch auch Abstand zu nehmen. Wichtig bei der Betrachtung der einzelnen Teile des Werkes ist, dass die Konzeption der SnE als ganzes zu sehen ist. Auch die Rolle des Autors als Historiker, kluger Kompilator und Dichter ist zu beachten.
Zwar sollte das Alter der überlieferten Lieder in der SnE nicht zu früh angesetzt werden, es ist jedoch wahrscheinlich, dass in ihnen Stoff und Wissen wiedergegeben wird, dass bis in die Völkerwanderungszeit zurückreicht.