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Bekannt ist dieses Lied auch unter dem Namen ‚Heimholung des Hammers’, welches als Götterschwank bezeichnet werden kann. In 32 erzählenden und dialogisierenden Strophen wird davon berichtet, wie Mjöllnir vom Riesen Thyrm gestohlen wurde und er ihn nur zurückgeben wird, wenn er Freyja zur Frau bekommt. Die Asin lehnt dies strikt ab, doch der Hammer ist für die Göttern lebensnotwendig im Kampf gegen die Riesen. So machen sich Loki und Thor auf, den Hammer durch eine List zurückzugewinnen: Als Freyja und ihre Magd verkleidet gelingt es beiden, in Riesenheim einzudringen, den Hammer wieder zurückzuholen und Thrym zu töten.

Da sprach Thrym dies, der Riesen Herr:
„Wo sahst du Baräute gierieger beißen?
Ich sah nie Bräute breiter beißen,
noch mehr Met ein Mädchen trinken.“

Es saß die ganz kluge Magd dabei,
die das Wort fand auf des Riesen Rede:
„Nichts aß Freyja acht Nächte,
so begierig war sie auf Riesenheim.“ (Str..25,26)

Trotz der bedrohlichen Situation, der die Asen durch den Verlust Mjöllnirs ausgesetzt sind, überwiegt in diesem Lied durch die Travestie die Komik und es konnte sich im spätmittelalterlichen Skandinavien großer Beliebtheit erfreuen. Dadurch, dass dieses Lied nur im Codex Regius überliefert ist, fällt die zeitliche Einordnung durch Vergleiche besonders schwer, es wird jedoch davon ausgegangen, dass es erst im 13. Jh. entstanden ist.

Lieder Edda | Götterlieder: Thrymlied