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Dieses, überwiegend in Dialogform abgehaltene Götterlied, handelt vom liebeskranken Gott Freyr aus der Götterfamilie der Wanen, welcher seinen Diener Skirnir in das Riesenland zu Gerd, um dort um seine Geliebte zu werben. Doch die Riesin weigert sich, erst durch Zauberandrohung wird sie ‚weich’ und willigt in ein Treffen mit den Gott ein; allerdings erst in neun Tagen. Das Lied endet mit den Klagen Freyrs über die schier endlose Zeit, bis er seine Auserwählte treffen darf:

Lang ist eine Nacht, lang sind zwei,
wie kann ich drei ersehnen?
Oft scheint mir ein Monat kürzer
als diese halbe Ehenacht. (Str. 42)

Zwar kann hier durch Freyr als Fruchtbarkeitsgott und Gerd als Erdgöttin an den alten Mythos der ‚Heiligen Hochzeit’ von Himmel und Erde gedacht werden, sicher ist dies jedoch nicht. Zwar erinnert das Lied mit seiner Liebessehnsucht an die kontinentale Liebeslyrik des Mittelalters, doch sind auch Unterschiede, wie etwas die Gewaltandrohung, festzumachen.
In der SnE wird die Thematik aufgegriffen, Freyr stirbt jedoch dadurch beim Ragnarök, dass er sein Schwert seinem Diener mit auf die Fahrt gegeben hat.
Trotzdem in ‚Skirnirs Fahrt’ unterschiedliche Teile und Traditionen zusammenlaufen wurde kann nicht von einer Schöpfung vor dem 12. oder 13. Jh. ausgegangen werden.

Lieder Edda | Götterlieder: Skirnirlied - Skirnirs Fart