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Als die Heldenlieder der älteren Edda wird die Sammlung verschiedener Sagen bezeichnet, deren Protagonisten zum größten Teil Menschen sind, im Gegensatz zu den Götterliedern. Dennoch kommen auch Götter, Riesen, Zwerge und Alben in den Texten vor, meistens aber nur in Nebenrollen. Diese Lieder finden sich im Codex Regius hinter den Götterliedern.

Obwohl die Heldensagen der Edda erst nach 1250 n. Chr. in Island aufgeschrieben wurden, sind sie wesentlich älter. Die Lieder sind weder thematisch noch im metrischen Stil homogen. Sie sind vielmehr ein Mix verschiedener Stile mehrerer Jahrhunderte und verschiedener Länder. So sind einige Figuren mit den germanischen Sagen verwandt, das bekannteste Beispiel ist sicherlich die Nibelungensage.

Die Lieder werden oft von einem Prosatext eingeleitet, in dem die aktuelle Situation beschrieben wird, wer wessen Kind ist und wer um wessen Hand anhält. Der Plot wird praktisch beschrieben. Seltener kommt ein Prosatext innerhalb des Liedes vor. Ansonsten sind sie in Versen geschrieben, wobei die Anzahl der Zeilen variiert. Häufig entstehen dadurch Monologe oder Dialoge.

Obwohl die Lieder schon im Mittelalter aufgeschrieben wurden, sind sie zum größten Teil vollständig erhalten. Nur wenige bestehen aus Fragmenten, wie zum Beispiel Hildibrands Sterbelied, in dem er zurückblickt und um seine Familie trauert, die er getötet hat.

Bis auf Wölund, haben alle Helden in den Lieder eine Gemeinsamkeit: Sie vollbringen ruhmreiche Taten und finden ein tragisches Ende. Dies schließt die Frauen nicht aus. Einige Lieder, zum Beispiel die Gudrunlieder oder das Lied von Oddrun bestehen aus langen Monologen, in denen das Leid der Sprecherin beschrieben wird. Ausführlich wird so über Sigmund und Sigurd, Gunnar und Atli berichtet und über die Eifersucht Brynhilds auf Gudrun. Nicht selten spielen in den Geschichten Götter eine Rolle, zum Beispiel Odin, der Sigmund das Schwert Gram gibt und sich dann gegen ihn wendet, was seinen Tod zur Folge hat.

Von den Sagen fällt das Wölundlied aus dem Rahmen. Der Schmied, der gefangen und gelähmt wird, die Kinder seines Entführers tötet und dann flieht, ist kein traditioneller Held. E beugt sich nicht seinem Schicksal, sondern ändert es. Es kann auch durchaus zu den Götterliedern gezählt werden, denn Wölund kann zum Teil als Albe angesehen werden.
Die dieser Sage folgenden Lieder stehen oft in einem Zusammenhang untereinander. Zum Teil verweisen sie aufeinander oder geben einen Ausblick auf die kommenden Ereignisse.

Lieder Edda | Heldenlieder